Das Mediationsbüro der Volkshochschule Emden setzt künftig sogenannte Stresskissen ein, um Menschen in belastenden Gesprächssituationen zu unterstützen. Die kleinen, bunten Kissen wurden von der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen bereitgestellt und können Betroffenen helfen, bei Aufregung, Angst oder innerer Unruhe zur Ruhe zu kommen.
„Seit mittlerweile 26 Jahren stehen wir Menschen bei Konflikten und schwierigen Lebenslagen zur Seite. Umso mehr freuen uns über diese neue Kooperation mit der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen“, betont Heika Ring, Leiterin des Mediationsbüros.
Die Kissen sind Teil eines besonderen Projekts der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen und der Justizvollzugsanstalt für Frauen Vechta. Die Justizvollzugsanstalt hat die handlichen Hilfsmittel in zwei verschiedenen Größen hergestellt. So können sowohl Erwachsene als auch Kinder davon profitieren.
Kleine Hilfe in schwierigen Situationen
Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind, stehen häufig vor belastenden Situationen. Wer sich für eine Strafanzeige entscheidet, muss den Tathergang schildern. Nicht nur die polizeiliche Vernehmung, sondern auch eine spätere Zeugenaussage vor Gericht kann für Betroffene mit Ängsten und großer Anspannung verbunden sein.
Die Mitarbeitenden der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen beraten und begleiten Betroffene in dieser besonderen Situation. Dabei entstand die Idee, ihnen während einer Vernehmung oder Zeugenaussage ein kleines Stresskissen an die Hand zu geben.
Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter beobachten immer wieder, dass Zeuginnen und Zeugen während einer Vernehmung nicht wissen, wohin mit ihren Händen. Häufig wird aus Nervosität ein Papiertaschentuch gehalten und unbewusst zerrissen. Ein Stresskissen kann hier eine einfache Möglichkeit bieten, die Hände zu beschäftigen und dadurch zur Entspannung beizutragen.
Von Frauen für Menschen in schwierigen Lebenslagen
Für die Herstellung der Kissen konnte die Sozialtherapeutische Abteilung der Justizvollzugsanstalt für Frauen Vechta gewonnen werden. Die inhaftierten Frauen nahmen sich des Projekts an und fertigten die Kissen für die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen an.
Entstanden sind handliche Kissen in verschiedenen Farben und zwei Größen. Damit können sie sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zum Einsatz kommen.
Die Zusammenarbeit zeigt, wie Einrichtungen mit unterschiedlichen Aufgaben gemeinsam einen Beitrag zu einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe leisten können: Menschen zu unterstützen, die durch eine Straftat belastet sind.
Unterstützung für Opfer von Straftaten
Die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen berät, informiert und unterstützt Opfer von Straftaten und deren Angehörige. Über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in elf Opferhilfebüros in Niedersachsen stehen Betroffenen zur Seite.
Die Unterstützung ist unabhängig davon, ob eine Straftat angezeigt wurde. In persönlichen Gesprächen oder über die Online-Beratung wird gemeinsam geklärt, welche Hilfe im Einzelfall benötigt wird. Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. Zum Angebot gehört auch die psychosoziale Prozessbegleitung, beispielsweise bei einer Zeugenaussage vor Gericht.
Mit den Stresskissen steht den Betroffenen nun eine weitere kleine Unterstützung zur Verfügung, die helfen kann, belastende Gesprächs- und Vernehmungssituationen etwas leichter zu bewältigen.
Bildunterschrift (v.l.n.r.): Linda Aeilts (Mediationsbüro vhs Emden), Vanessa Schauka und Claudia Stein (Stiftung Opferhilfe), Christian Linka (Mediationsbüro vhs Emden), Heika Ring (Leiterin vhs Emden)
