Im vergangenen Jahr hat die Partnerschaft das Ziel verfolgt, ziviles Engagement und demokratischen Verhalten in der Stadt Emden zu fördern und Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus durch Stärkung des Engagements der Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen diese Tendenzen stellen, vorzubeugen.

Im letzten Jahr kamen der zivilgesellschaftlich besetzte Begleitausschuss fünf Mal und das analog dazu eingerichtete Jugendforum 3 Mal zusammen, um finanzielle Förderung für insgesamt 20 Maßnahmen verschiedener Projektträger zu empfehlen. Durchgeführt werden konnten daraufhin Vorträge, Ausstellungen, Lesungen, Seminare, Gestaltungswettbewerbe, Feste und Filmproduktionen zu den Themen

  • Aufklärung über gegenwärtige Tendenzen des Rechtsextremismus und Alltagsrassismus, Abbau von Ressentiments auf Grund von Herkunft, Aussehen, Behinderung, sexueller Identität und Geschlecht,
  • Stärkung von Kompetenzen zum Abbau von Diskriminierung,
  • Stärkung der lokalen Community in den Bereichen Migration, LGBTI* und Teilhabeeinschränkung,
  • Jugendbeteiligung sowie
  • historische-politische Erinnerung an die Emder Opfer der Shoa.

Unter den beteiligten zivilgesellschaftlichen Projektträgern waren Vereine wie die Lebenshilfe Emden, die Max-Windmüller-Gesellschaft, der Emder Teilhabebeirat, der Afrikanische Verein, Das Boot, Internationales Emden, SchLAu Ostfriesland oder die Fördervereine des Max-Windmüller-Gymnasiums, der IGS und der BBS1. Die Volkshochschule etablierte sich in vielen Fällen als Plattform für diese Projekte und bot unterstützende Veranstaltungsformate an. In Bereichen, in denen es bisher keine zivilgesellschaftlichen Initiativen gab, ergänzten die Gleichstellungsstelle, die Jugendzentren in Borssum, Barenburg und Larrelt, das Café Lifepoint sowie die Koordinierungsstelle für Migration- und Teilhabe als Akteure der Stadt Emden die Partnerschaft durch eigene Maßnahmen.

Hier zwei Beispiele für geförderte Projekte:

Inter*Trans*Express*

SCHLAU Ostfriesland präsentiert Lesung mit Ika Elvau - eine Reise an und über Geschlechtergrenzen

Ika Elvau lädt ein auf eine Fahrt im Inter*Trans Express. Vollgepackt mit Erfahrungen vom Kindesalter bis in die Gegenwart fährt der Express durch unterschiedliche Stile. Mal sind es nachgezeichnete Dialoge, mal Gedichte, mal Prosa, mal Alltagsszenarien oder auch Illustrationen.

Ika Elvau beschreibt persönliche Erfahrungen und macht damit Inter*Perspektiven sichtbar. Dem vermeintlichen Expert*innentum und der Pathologisierung von Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale, die nicht in die Normen, die für das weibliche oder männliche Geschlecht festgelegt wurde zu passen scheinen, wird hier eine emanzipatorische Selbstdefinition von Geschlecht außerhalb der Kategorien Mann oder Frau entgegengesetzt.

Ika Elvau beteiligt sich künstlerisch und aktivistisch an der Schaffung einer Queertopia, einer Gesellschaft ohne (Geschlechter-)Hierarchien.

Der Eintritt ist frei. Ort: Life-Point Emden, Ysaac-Brons-Str. 16, 26721 Emden.
Veranstalter: Schlau Ostfriesland

Die Veranstaltung wird gefördert durch die "Partnerschaft für Demokratie in der Stadt Emden", im Rahmen des Programms "Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums.


Make JUZ bunt again

Das durch „Demokratie leben“ geförderte Projekt Make JUZ bunt again steht in den Startlöchern und die ersten Arbeiten beginnen bald. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Aktion von Besucher*innen des Kinder- und Jugendzentrums Borssum, die das in die Jahre gekommene Haus verschönern möchten, um ihre Identifikation mit ihrem „zweiten Zuhause“ zum Ausdruck zu bringen. Zwei Gruppen, eine Mädchen- und eine Jugendgruppe, stehen jeweils zwei große Fensterläden zur Verfügung, die sie selbstständig aufarbeiten und gestalten können. Für das Vorhaben stehen den Gruppen der Juni sowie Juli zur Verfügung. Ein Teil des öffentlichen Raums wird den Jugendlichen bereitgestellt, auf dem sie sich zum Ausdruck bringen und ihre Spuren hinterlassen können. Die abgeschlossenen Arbeiten werden durch eine Jury bewertet und der Öffentlichkeit präsentiert. Neben der Verschönerung steht vor allem die Gemeinschaft im Vordergrund, die sich durch ihre Vielfältigkeit auszeichnet. Der Zusammenhalt und die Erlebnisse, während der Projektzeit, werden durch einen gemeinsamen Abend mit einer besonderen Aktion gewürdigt, um einen positiven Abschluss zu finden.