vhs-Filmclub: Jeden Montag und Mittwoch um 20 Uhr im CineStar Emden

Besondere Filme jenseits des Hollywood-Mainstreams holt der vhs Filmclub seit über 40 Jahren nach Emden. Gegründet wurde der vhs Filmclub 1975 und ist seit 2002 im Emder CineStar am Wasserturm zu Gast.

Preise: Eintritt mit Filmclub-Ausweis 6,00 Euro, Eintritt ohne Filmclub-Ausweis 10,00 Euro, Filmclub-Ausweis 7,00 Euro.
Filmclub-Ausweise erhalten Sie im CineStar und im Infopunkt der vhs Emden, An der Berufsschule 3, 26721 Emden, Tel.: 04921 915531, s.santjer@vhs-emden.de
CineStar, Abdenastraße 15, 26721 Emden, Tel.: 04921 58 95 89, www.cinestar-emden.de

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Niemand ist bei den Kälbern

Mo, 30.01. (DF), und Mi, 01.02. (DF), CineStar, 20 Uhr: TRAILER ansehen

Hochsommer in der Mecklenburgischen Provinz: Fünf Häuser, eine Bushaltestelle, Kühe und ringsum nichts als Felder. Christin, 24, lebt auf dem Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan, 25. Die Aufbruchsstimmung der Nachwendejahre, die ihre Kindheit prägten, ist längst dahin und auch in ihrer Beziehung gibt es schon lange keine Liebe mehr. Ihr Vater säuft. Den Kirsch hat auch Christin immer griffbereit unterm Autositz. Unter der flirrenden Hitze des Sommers scheint die Zeit stillzustehen. Da taucht Windkraftingenieur Klaus, 46, aus Hamburg auf, und die Welt beginnt sich wieder zu drehen. Basierend auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Alina Herbing erzählt Regisseurin Sabrina Sarabi von der Idylle, der Weite, der Enge der Provinz und vom Aufwachsen in Einsamkeit. "Junges deutsches Kino mit Kraft und sinnlicher Intensität – und einer Saskia Rosendahl als darstellerischem Ereignis." (FBW)

Drama, D 2021, 116 min., Regie: Sabrina Sarabi, mit Saskia Rosendahl, Rick Okon, Godehard Giese, Andreas Döhler, Nico Ehrenteit, Hendrik Heutmann, Elisa Schlott u.a., Prädikat besonders wertvoll


See How They Run

Mo, 06.02. (DF), und Mi, 08.02. (OmU), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

Das Londoner West End, 1953: Agatha Christies Murder-Mystery-Stück „Die Mausefalle“ hat sich zu einem Suspense-Bühnenhit entwickelt. Der arrogante amerikanische Regisseur Leo Kopernick soll das Stück nun verfilmen, doch dann wird er ermordet! Um den Mörder zu finden, müssen der zynische Scotland-Yard-Detektiv Inspektor Stoppard und die ambitionierte Newcomerin Constable Stalker ihre persönlichen Differenzen hinter sich lassen und finden sich in der glamourösen, schmutzigen Theaterwelt in einem rätselhaften Vexierspiel aus Lüge und Wahrheit wieder. "'See How They Run' bereichert das Genre mit Sam Rockwell und Saoirse Ronan um ein liebenswertes Ermittlerpaar." (FAZ)

Komödie, Mystery, Thriller, USA/UK 2021, 99 min., Regie: Tom George, mit Sam Rockwell, Saoirse Ronan, Adrien Brody u.a.


Zeiten des Umbruchs

Mo, 13.02. (DF), und Mi, 15.02. (OmU), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

New York im Spätsommer 1980: Paul kommt aus einer gut situierten jüdischen Familie, doch er fühlt sich oft einsam und verloren. Zu Beginn des neuen Schuljahres lernt er Jonathan kennen, einen „Sitzenbleiber“, der in ärmlichen Verhältnissen bei seiner kranken Großmutter lebt. Paul freundet sich mit dem älteren Jungen an, der allen Problemen zum Trotz fest an Werte wie Ehrlichkeit und Loyalität glaubt. Doch es dauert nicht lange, bis Paul immer mehr bewusst wird, dass nicht jeder in dieser Welt die gleichen Chancen hat. "Zeiten des Aufruhrs" ist ein zutiefst persönliches Coming-of-Age-Drama über Familie, Freundschaft und die für Viele aussichtslose Suche nach dem amerikanischen Traum. Es erzählt sensibel vom Aufwachsen im Amerika Anfang der 80er-Jahre - einem Amerika, das geprägt ist von allgegenwärtigem Rassismus, elitären Machtgefügen und tiefgreifenden Vorurteilen. Dabei zeigt der Film ein ungleiches System auf, in dem nicht alle Menschen gleichberechtigt behandelt werden.

Drama, USA 2022, 106 min., Regie: James Gray, mit Anne Hathaway, Anthony Hopkins, Banks Repeta, Ryan Sell, Jeremy Strong, Jaylin Webb u.a.


Leander Haussmanns Stasikomödie

Mo, 20.02. (DF), und Mi, 22.02. (DF), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

Berlin, heute: Auf Drängen seiner Freunde, seiner Frau, Kinder und Enkel hatte sich Ludger Fuchs entschlossen, Einsicht in seine Stasi-Akte zu beantragen. Heute ist er ein prominenter, ja, populärer Romanautor, gestern war er ein Held des Widerstandes der DDR; er stand also zwangsläufig unter Beobachtung der Staatssicherheit. Stolz präsentiert Ludger seiner versammelten Familie die dicke Akte. Alles hat die Stasi dokumentiert und kommentiert: seine Wohnung, seine Katze, selbst Szenen mit seiner Frau Corinna im Ehebett… Aber dann: „Was ist denn das?!“ Ein zerrissener und wieder zusammengeklebter Brief, sehr detailliert, sehr intim…. Also von Corinna war der bestimmt nicht, und Corinna will es jetzt genau wissen. Ludger wiegelt ab: „Das war doch vor Deiner Zeit…“ Aber es ist zwecklos, die Stasi hat alles genau dokumentiert. Wütend packt Ludger seine Akte zusammen und entflieht vor dem inzwischen handfest und laut gewordenen Ehestreit nach draußen. Vor dem Haus zündet er sich eine Zigarette an und bläst den Rauch nachdenklich in die Sonne. Und er erinnert sich an den jungen Mann, den die Stasi einst angeworben hatte, um in die Bohème des Prenzlauer Bergs einzutauchen, sie auszukundschaften und zu zersetzen. Und wie ihm das Leben dort sofort so sehr gefallen hatte: die Freiheit, die Frauen (und nicht nur eine!), dass er schon bald seinen Auftrag vergessen hatte…

Komödie, D 2022, 115 min., R: Leander Haußmann, mit David Kross, Tom Schilling, Henry Hübchen, Detlev Buck, u.a., Prädikat besonders wertvoll


Alcarràs – Die letzte Ernte

Mo, 27.02. (DF), und Mi, 01.03. (OmU), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

Seit 80 Jahren baut die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche an. In diesem Sommer versammelt sie sich zum letzten Mal zur gemeinsamen Ernte. Das Land hatte ihnen einst der Großgrundbesitzer Pinyol überlassen, als Dank für seine Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Doch der junge Pinyol will vom Handschlag seines Großvaters nichts mehr wissen. Er will das Land zurück, um eine Photovoltaik-Anlage darauf zu errichten. Auf einzigartige, vielstimmige, mit überbordender Energie und Momenten der Stille orchestrierte Weise erzählt „Alcarràs“ von der letzten Ernte der Solés – so handfest, zärtlich und sinnlich, dass wir uns bald selbst als Mitglied der Familie wähnen. Die lärmende Unbeschwertheit des Familienfests, harte Arbeitstage vom Morgengrauen bis tief in die Nacht, der Kampf in der Genossenschaft gegen das Preisdiktat der Supermärkte, die Fröhlichkeit der gemeinsamen Ernte, das tiefe Wissen über Pflanzen und Boden, die Ungewissheit über das, was kommen mag: „Alcarràs“ ist ein grandios choreografierter Film voller Farben, Kontraste und Facetten, voller Leben und Liebe. Je näher das Ende dieses Sommers rückt, desto mehr nehmen die Spannungen in der Familie zu. Fast übersehen die Solés, dass sie einen Trumpf in Händen halten, den ihnen niemand wegnehmen kann. "Leidenschaftlich unsentimental, schwirrend und vibrierend." (INDIEWIRE)

Drama, E/I 2022, 120 min., R: Carla Simón, mit Josep Abad, Anna Otín u.a.


She Said

Mo, 06.03. (DF), und Mi, 08.03. (OmU), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

Megan Twohey und Jodi Kantor brechen das große Schweigen in Hollywood: Sie entlarven Business-Meetings in Hotelzimmern als sexuelle Übergriffe und stoßen auf ein Netz aus Repression, Erpressung und Angst. Mit ihrer mutigen Recherche geben sie nicht nur den betroffenen Frauen ihre Stimme zurück, sondern stoßen eine weltweite Welle der Solidarität an. Der neue Film von Maria Schrader erzählt vom riskanten Weg zweier Journalistinnen, die 2017 den weitreichenden Machtmissbrauch gegenüber Frauen im US-amerikanischen Filmgeschäft aufdeckten. „She Said“ ist ein Beweis für die Macht des investigativen Journalismus und ein Zeugnis für die hartnäckige Suche von Reporter*innen und Redakteur*innen nach der Wahrheit. Es ist eine der wichtigsten Geschichten einer Generation, erzählt von mutigen Frauen, die sich trotz großer persönlicher Risiken dazu entschlossen, sich zu wehren. Der Film zeigt aus weiblicher Sicht, wie über Jahre vertuschter Machtmissbrauch ans Licht kam und dessen Verursacher zur Rechenschaft gezogen wurden, wie dank des couragierten Engagements zahlreicher Frauen das System, das dies überhaupt ermöglichte, entlarvt und zu Fall gebracht werden konnte.

Drama, USA 2022, 129 min., Regie: Maria Schrader, mit Carey Mulligan, Zoe Kazan, Tom Pelphrey u.a.


Igor Levit – No Fear

Mo, 13.03. (DF), und Mi, 15.03. (DF), CineStar, 20 Uhr: TRAILER anschauen

„Igor Levit – No Fear“ begleitet den Pianisten Igor Levit bei der Erkundung seines „Lebens nach Beethoven“, bei der Suche nach den nächsten Herausforderungen, nach seiner Identität als Künstler und Mensch. Wir beobachten Levit bei der Aufnahme neuer Werke, seiner Zusammenarbeit mit seinem Tonmeister Andreas Neubronner, mit Dirigenten, Orchestern und Künstlern, seinem intensiven Eintauchen in die Musik, seiner Hinwendung zum Publikum, diesem unwiderstehlichen Wunsch zu teilen. Dann bremst Covid dieses Leben unter ständiger Hochspannung von einem Tag auf den anderen aus. Der Dokumentarfilm zeigt das inspirierende Porträt eines Künstlers auf seinem Parcours zwischen traditioneller Karriere und neuen Wegen in der Welt der Klassik, dem Impuls des politischen Engagements und der ständigen künstlerischen Herausforderung, zwischen Kontemplation und Bewegung. Immer wieder nimmt sich die vielfach preisgekrönte Filmemacherin Regina Schilling dabei die Zeit, Igor Levits Musik zuzusehen und zuzuhören und der Faszination, dem Geheimnis jenseits der Worte, Raum zu geben.

Dokumentarfilm, D 2022, 118 min. Regie: Regina Schilling